Der Metalkurskochratgeber – Lektion II: Die Ausnahmen der Grundregel

Wer Kochen nicht als lästige Angelegenheit empfindet und den Akt der Speisezubereitung zelebriert – sei es, dass die Messer vorab geschliffen werden oder ein Glaserl Wein dazu getrunken wird -, der kommt nicht umhin, sich über die passende Musik Gedanken zu machen. Heavy Metal (mit allen Absplitterungen) bietet hier eine hervorragende musikalische Untermalung – vermag die Tätigkeit sogar zu einem Ritual zu erheben, wenn man einige Grundsätze befolgt. Lektion II:
Wie wir bereits in der ersten Lektion gelernt haben, ist die wichtigste Grundregel: Das Kochen steht im Vordergrund, nicht die Musik. Besonders Einsteiger müssen deswegen ihren Puls mit gleichmäßig harten Drums und Gitarrenriffs belasten, denn Ziel ist ja nicht nur, dass das Kochen Freude bereitet und die teils hektische Tätigkeit harmonisch untermalt wird, sondern am Ende muss das Essen gut schmecken (siehe Lektion I).
Aber bekanntlich bestätigen Ausnahmen die Regel. Es gilt deswegen hier einige musikalische Beispiele anzuführen, die den Koch in eine Art Trance versetzen und aufgrund dessen mit Vorsicht zu genießen sind:
Mit Faith No More (Angel Dust), Metallica (Master Of Puppets), Rage Against The Machine (Rage Against The Machine), Pantera (Vulgar Display of Power), Life of Agony (River Runs Red) aber auch durchaus Snot (Get Some) oder Down (Nola) gehen Tätigkeit und Musik eine Symbiose ein, was den Schaffensprozess in der Küche mit übermenschlicher Energie auflädt, nein, falsch: Diese gewaltigen Werke der Rockgeschichte sind wahrlich groß und erheben den Koch kurzzeitig zum Herrscher der Welt, zum Schöpfer des Universums, was dazu führt, dass das Essen immer gelingt.
Um die gewünschte Reizung der Sinnesorgane herbeizuführen – und aus schlichtem Respekt vor den Musikern – muss die Lautstärke zwischen 70 und 80 Dezibel betragen, was einem lauten PKW entspricht. Leichte Salate, jegliche Tofu-Gerichte & süße Nachspeisen dürfen zu diesen Platten nicht zubereitet werden, das wäre einfach würdelos – man geht ja auch nicht mit Fetzenjeans in die Oper.
Achtung: Über einen längeren Zeitraum ist die menschliche Psyche – ohne entsprechendes Training – nicht in der Lage dieser Belastung Stand zu halten. Es sollte deswegen vorerst mit Einheiten von maximal 15 bis 30 Minuten experimentiert werden. Gut lassen sich in diesem engen Zeitrahmen Kurzbratgerichte zubereiten, also alle Arten Steaks – aber auch ein Geschnetzeltes oder ein Curry ist durchaus hinzukriegen.
   
Wer sich bezüglich des Zeitlimits Sorgen macht, kann die Vorbereitungsarbeiten (Gemüse putzen und schneiden und so weiter und so fort) im Zweifel auch zu einem leichten Speed- oder Trash-Metal erledigen und erst danach mit der Kerntrainingseinheit beginnen.

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